
Köln, 23.11.2009
KeinBuch konterkariert mit viel Fantasie den weihevollen Umgang mit dem Kulturgut Buch.
Ein Buch mit Eselsohren, das man in den Regen legt, mit Schmirgelpapier bearbeitet und zerquetscht – das kann man sich doch gar nicht vorstellen. Aber das ist ja vielleicht die Herausforderung: Bis an die Grenzen und darüber hinaus zu gehen, mit einem Buch all das zu machen, was verpönt ist.
Deshalb heißt dieses Buch auch KeinBuch und ... die Anweisungen zur Vernichtung dieses Buches sind fantasievoll, frech und stellenweise poetisch.
Nur wer Bücher liebt, vermag sich solch respektlose Attacken auf einen Gegenstand auszudenken, der uns doch immer wieder in seiner genialischen Einfachheit fasziniert. Menschen die nicht lesen, haben eher eine Scheu vor den Büchern, als dass sie ihnen mit Zerstörungslust begegnen. Letztlich ist es denn auch eine raffinierte Volte, die hier vom Münchner Verlag mixtvision zelebriert wird.
Denn über der Anweisung, in dieses Buch seine Haare zu kleben, oder ihm die Ecken abzuschneiden, um sie von unten nach oben wieder anzukleben, wird uns natürlich der Umgang mit dem Buch erst so recht bewusst gemacht. Alles was hier gefordert ist, machen wir selbstverständlich nicht mit unserem Lieblingsbuch.Die Liebe zu den Büchern wird hier mit einem Humor entfaltet, der sich allen Sonntagsreden zur Leseförderung widersetzt. Und trotzdem macht es Spaß, in dieser Verrücktheit von einem Buch zu schmökern, von ihm zu erzählen und vielleicht dann doch einmal auszuprobieren, wie es ist, mit dem Fahrrad einmal über die aufgeschlagenen Seiten zu fahren. (TL)


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